Prof. Dr. Udo Steinbach

Prof. Dr. Udo Steinbach ist Mitgründer und Gesellschafter der HUMBOLDT-VIADRINA Governance Platform. Prof. Steinbach leitet auch das Center on Governance in the Middle East | North Africa.

Dr. Udo Steinbach befasst sich seit 1971 wissenschaftlich mit dem zeitgenössischen Nahen  und Mittleren Osten, dem Kaukasus und Zentralasien. Daneben hat er Parlament und Regierung zu den aktuellen politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und religiösen Fragen in diesen Regionen beraten. In den Jahren seiner Tätigkeit als Direktor des Deutschen Orient-Instituts in Hamburg (1976-2007) war er aktiv in politische Dialogprojekte der deutschen Bundesregierung involviert: darunter dem Euro-Arabischen Dialog und dem Menschenrechtsdialog mit politischen, akademischen und religiösen Vertretern der Islamischen Republik Iran. Daneben war er Gründungsmitglied und langjähriger Vorsitzender der Deutschen Arbeitsgemeinschaft  Vorderer Orient (DAVO). Seit 1991 ist er Honorarprofessor an der Universität Hamburg.

Udo Steinbach studierte Orientalistik (Geschichte und Kultur der arabisch, persisch und türkisch sprachigen Völker des Vorderen Orients) und Klassische Philologie in Freiburg i. Br. und Basel. Er wurde 1970 mit einer literaturgeschichtlichen Arbeit („Dhat al-Himma: Kulturgeschichtliche Untersuchungen zu einem arabischen Volksroman“) promoviert. Mit der Berufung als Leiter des Referats Nah- und Mittelost, das seit 1971 an der Stiftung Wissenschaft und Politik (Ebenhausen bei München; heute Berlin) aufgebaut wurde, hat er sich der Zeitgeschichte der mittelöstlichen Region zugewandt. Nach einem journalistischen Zwischenspiel als Leiter der türkischen Redaktion bei der Deutschen Welle (1975; damals Köln) war er seit 1976 Direktor des Deutschen Orient-Instituts in Hamburg. In dieser Funktion hat er nachdrücklich dazu beigetragen, die Ergebnisse der Wissenschaft über die Medien in die Öffentlichkeit zu transportieren. Mit dem Ende der Sowjetunion zu Beginn der neunziger Jahre hat er das Institut für die wissenschaftliche Befassung  mit den Entwicklungen in deren muslimischen Teilen geöffnet. Gegen Ende der neunziger Jahre wurde die Blickrichtung auch auf die Entwicklungen in den islamischen Gemeinschaften in Deutschland und Europa gewendet.

Als Direktor des Deutschen Orient-Instituts war er Herausgeber der wissenschaftlichen Zeitschrift „Orient“ sowie der „Mitteilungen“ und „Schriften des Deutschen Orient-Instituts“. Darüber hinaus  ist er Autor und Herausgeber einer Vielzahl von Publikationen zu Politik, Gesellschaft und Kultur des nahöstlichen, kaukasischen und zentralasiatischen Raumes. Darunter befinden sich Standardwerke wie das in fünf Auflagen (mit Werner Ende) herausgegebene Buch „Der Islam in der Gegenwart“ (seit 2010 auch in Englisch: Islam in the World Tuday“) und „Die arabische Welt im 20. Jahrhundert. Aufbruch – Umbruch – Perspektiven“ (2016).

Nach seiner Pensionierung hat er zwischen 2007 und 2010 am Aufbau des Zentrums für Nah- und Mittelöstliche Studien an der Universität Marburg mitgewirkt. Er ist noch immer Mitglied in zahlreichen Gremien von Wissenschaft, Wissenschaftspolitik und Wissenschaftsförderung mit Bezug auf die genannten Regionen.

Weitere Infos: www.udosteinbach.eu

 

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