Förderung von Konfliktmanagement in der afghanischen Zivilgesellschaft und Verwaltung

Ziel des Programms war die nachhaltige Stärkung der Diskurs-, Partizipations- und Konfliktmanagement-Fähigkeiten von Personen, die als Multiplikatoren in der afghanischen Zivilgesellschaft und Verwaltung anzusehen sind. Der Erwerb und der Ausbau von Kenntnissen und Fähigkeiten im Bereich interessenorientierter Konfliktbearbeitung standen dabei im Fokus.

Vorrangiger Anspruch war es, nationale Akteure im Sinne des Train-the-Trainer-Prinzips zu befähigen, die erlernten Inhalte und Methodiken selbstständig in ihre jeweiligen gesellschaftlichen Sektoren und in ihr tägliches Arbeitsumfeld einzuführen und dort weiterzutragen sowie Nachfolgeprojekte zu planen und umzusetzen. Die Inhalte des Lehrgangs ebenso wie die Art der Vermittlung trugen sowohl den Besonderheiten der traditionellen Diskurs- und Konfliktlösungsmechanismen als auch den aktuellen Organisationsstrukturen in der afghanischen Gesellschaft Rechnung. Ein besonderes Augenmerk wurde dabei auf Probleme des Aufbaus transparenter Strukturen in der afghanischen Zivilgesellschaft und Verwaltung gelegt, da Fragen der Korruption regelmäßig Auslöser von Konflikten darstellen. Damit einhergehend zielte das Programm auf die Förderung von Elementen von Good Governance in Afghanistan.

Ein wesentlicher Aspekt des Programms war die Befähigung nationaler afghanischer Akteure, als Trainer oder Projektleiter die erlernten Inhalte und Methodiken weiterzutragen, Nachfolgeprojekte zu planen und umzusetzen. Neben der Vermittlung von theoretischen und praktischen Kenntnissen galt es, unter den Teilnehmenden ein tragfähiges Netzwerk zu etablieren, um in Zukunft durch Erfahrungsaustausch und kollegiale Beratung auf eigene Ressourcen zurückgreifen zu können.

 

• Arbeit an bestehenden Konfliktfällen sowie Werte- und Diskursdifferenzen aus dem afghanischen Kontext;
• Einführung in professionelle Verhandlungs- und Diskurstechniken;
• Praktische Schulung in unterschiedlichen Techniken der Konfliktanalyse;
• Vermittlung von Kommunikations- und Interventionstechniken im Konflikt;
• Vermittlung des Konzepts von interessenorientiertem Konfliktmanagement;
• Praktische Einübung der Kernverfahren effizienter Konfliktbewältigung;
• Einsatz von mediativer Methodik zur Analyse der Interessenprofile zentraler Akteure der afghanischen Gesellschaft;
• Vermittlung von Kenntnissen hinsichtlich des Aufbaus transparenter Strukturen (Anti-Korruption Training, Korruption als Quelle von Konflikten, Transparenz als Element von Good Governance);
• Unterstützung bei der Entwicklung von eigenen Trainings und anderen Vorortmaßnahmen/Projekten;
• Vermittlung von Knowhow im Bereich Projektmanagement/-monitoring;
• Projektspezifische und allgemeine Vernetzung der Teilnehmenden untereinander;
• Unterstützung bei der Vernetzung innerhalb des afghanischen NGO-Sektors;
• Strategische Planung der künftigen Zusammenarbeit mit verschiedenen (nationalen und internationalen) Akteuren vor Ort.

 

Das Programm „Förderung von Konfliktmanagement in der afghanischen Zivilgesellschaft und Verwaltung“ wurde zwischen April 2009 und Februar 2010, seinerzeit an der damaligen HUMBOLDT-VIADRINA School of Governance, in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt durchgeführt.