Climate Justice

Climate Justice (Klimagerechtigkeit) bezeichnet die Berücksichtigung von Menschenrechtsnormen bei der Eindämmung und Behandlung von Klimawandel. Menschenrechte sollen dabei in einer verantwortungsvollsten, transparenten und partizipativen Weise geregelt und umgesetzt werden. Dieser Begriff der Gerechtigkeit zielt darauf ab, alle Menschen, die vom Klimawandel betroffen sind, gleichermaßen zu behandeln und ihre Menschenrechte z.B. auf Bewegungsfreiheit, auf Nahrung oder Partizipation zu bewahren. Klimagerechtigkeit zielt darauf ab, jene Regierungen und Unternehmen, die für den Wandel verantwortlich sind, zur Verantwortung zu ziehen, privat, öffentlich und individuell sowie international. Der Zusammenhang zwischen Klimawandel und Menschenrechten wird am besten durch einen Multi-Level-Stakeholder-Ansatz erklärt.

Wenn die Verletzung der Rechte der Menschen durch natürliche Kräfte (wie etwa durch Dürre, Flutkatastrophen oder Hochwasser) und im Anschluss daran das Recht auf Zugang zu Wasser und Nahrung oder Eigentum verletzt werden, müssen die Verantwortlichen für die Aufrechterhaltung dieser wirtschaftlichen und sozialen Grundrechte juristisch und wirtschaftlich zur Verantwortung gezogen werden können. Sie sollten jedoch im Rahmen des Multistakeholder-Prozesses stärker bei der Entscheidung über Gesetze und Festlegung von Verantwortlichkeiten berücksichtigt werden.

[+] Workshop: „Balancing responsibility and solidarity in international climate negotiations“ | 02. März 2016

In Klimaschutzverhandlungen ist die historische Verantwortung von Beginn an ein schwieriger Themenkomplex. Die Schwierigkeit könnte sich mit zunehmenden Klimaauswirkungen verstärken.

Obwohl die Pariser Vereinbarung einen flexiblen Ansatz zur Differenzierung formalisiert hat, bleiben die grundlegenden Spannungen bestehen. Die Herausforderung besteht darin die historische Verantwortung anzuerkennen und gleichzeitig die Solidarität angesichts der Klimaauswirkungen zu erhöhen und ehrgeizige Klimaziele weltweit zu erreichen. Diese Herausforderung ist nicht einfach. Wie könnte die internationale Gemeinschaft die historische Verantwortung wahrnehmen und gleichzeitig vorrangige und landesspezifische Klimaschutzmaßnahmen aller Parteien fördern?

Trotz kontextualer Unterschiede, bieten Prozesse aus dem Bereich der Übergangsjustiz eine Fülle von Erfahrungen und praktische Instrumenten zur Steuerung von Spannungen zwischen historischer Verantwortung und dem zukunftsorientierten Wunsch nach der Abschwächung des Klimawandels. Dieser Workshop war Teil eines größeren Klimaschutzprojekts, das ermittelt welche Instrumente und Erkenntnisse aus dem Bereich der Übergangsjustiz auf den Klimakontext angewendet werden können und politikrelevante Vorschläge für die Anwendung der Werkzeuge entwickelt.

Der Workshop wurde von Climate Strategies und der Konrad-Adenauer-Stiftung am 2. März 2016 in Brüssel veranstaltet. Die Präsentationen des Workshops (auf Englisch) finden Sie auf der Seite von Climate Strategies.

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