Trialog-Reihe in Kooperation mit dem Akademienprojekt „Energiesysteme der Zukunft II"
| 01. März 2016 - 28.02.2019

Die HUMBOLDT-VIADRINA Governance Platform führt in Zusammenarbeit mit dem Akademienprojekt „Energiesysteme der Zukunft“ Trialoge als Sounding Boards für die Arbeitsgruppen des Akademienprojekts durch.

Rund 100 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Forschung erarbeiten in dem Projekt Analysen und Stellungnahmen zur Umsetzung einer sicheren, bezahlbaren und nachhaltigen Energieversorgung. Damit Positionen und Interessen gesellschaftlicher Akteure in die Arbeit einfließen können, tauschen sich die ESYS-Arbeitsgruppen in verschiedenen Dialogformaten mit ihnen aus. Eines dieser Dialogformate wird von der HUMBOLDT-VIADRINA Governance Platform im Format der Trialoge organisiert.

Die Trialoge dienen der intensiven, begründeten Diskussion zwischen Fachleuten jeweils einer ESYS-Arbeitsgruppe zu einem bestimmten Thema mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und organisierter Zivilgesellschaft. Durch die Verknüpfung von wissenschaftlichem und gesellschaftlichem Wissen wird eine breite Basis der Erkenntnis hergestellt. Potenzielle Konfliktlagen zwischen den teilnehmenden Stakeholdern werden dabei sondiert, Diskussionshemmnisse und Stimmungsbilder aufgezeigt. Die Ergebnisse sollten in der weiteren Arbeit der Arbeitsgruppen und den abschließenden Analysen und Stellungnahmen berücksichtigt werden

In der ersten Projektphase wurden bereits drei thematische Trialog-Veranstaltungen durchgeführt. Für die zweite Phase bis 2019 sind insgesamt acht weitere Trialoge geplant. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Über das Akademienprojekt

Mit der Initiative „Energiesysteme der Zukunft“ (ESYS) geben acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina und die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften Impulse für die Debatte über Herausforderungen und Chancen der Energiewende in Deutschland. Im Akademienprojekt erarbeiten rund 100 Fachleute aus Wissenschaft und Forschung Handlungsoptionen zur Umsetzung einer sicheren, bezahlbaren und nachhaltigen Energieversorgung. Die Federführung des Projekts liegt bei acatech.

Energiesysteme der Zukunft ist eine Initiative von:

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Mehr Informationen finden Sie auf der Projektseite von „Energiesysteme der Zukunft“.

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[+] 3. Trialog: Die Governance der Europäischen Energieunion | 13. Juli 2017
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Sabine Schlacke von der Universität Münster erklärte die Ziele und Bestandteile des Governance-Verordnungsentwurfs. © acatech/Stemmler

Mit der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und dem Pariser Klimaschutzabkommen wurden im Jahr 2015 zwei wichtige internationale Nachhaltigkeits- und Klimaschutzabkommen beschlossen. Ihre Kernziele lauten, die Erderwärmung langfristig auf deutlich unter 2 Grad zu begrenzen und die Welt in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts treibhausgasneutral zu machen.

Deutschland und die Europäische Union haben diese Ziele ratifiziert. Um sie erreichen zu können, muss die europäische Energieversorgung gemeinschaftlich umgebaut werden. Doch Konflikte innerhalb der Europäischen Union und zwischen einzelnen Mitgliedsstaaten können die Umsetzung erschweren, zum Beispiel wenn einige EU-Länder langfristig weiterhin auf fossile Energieträger setzen. Verfügt die Europäische Union über ausreichend energiepolitische Kompetenzen, um den Umbauprozess steuern und die Klimaschutzziele erreichen zu können? Sind die im Gesetzespaket „Clean Energy for All Europeans“ („Winterpaket“) vorgesehenen Instrumente und Verfahren dafür geeignet, und wie können die Aufgaben innerhalb der EU angemessen verteilt werden?

Diese Fragen untersucht eine neue Arbeitsgruppe des Projektes „Energiesysteme der Zukunft“. Beim Trialog „Die Governance der Europäischen Energieunion – zwischen nationalen Energiestrategien und Pariser Klimazielen“ am 13. Juli 2017 im Berliner Allianz Forum tauschten sich die ESYS-Fachleute darüber mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft aus.

Die Pressemitteilung zum Trialog finden Sie hier.

[+] 2. Trialog: Weichenstellungen für die urbane Mobilität - Wie treffen wir die richtigen Entscheidungen? | 12. Januar 2017

Menschen wollen in der Stadt mobil sein, Güter müssen von A nach B gelangen. Aber noch immer ist ein Großteil der Autos und Lastkraftwagen, die in unseren Städten fahren, für klima- und gesundheitsschädliche Emissionen verantwortlich. Um die Emissionen zu verringern, gibt es eine Reihe von Optionen und Alternativen. Wie werden wir uns zukünftig in der Stadt fortbewegen? Welche Rolle spielen dabei neue Technologien? Und wie können wir trotz zahlreicher Unsicherheiten die Weichen für eine emissionsarme urbane Mobilität stellen?

Mit heutigen Entscheidungen legen wir fest, wie sich der Verkehrssektor in den kommenden Jahrzehnten entwickeln wird. Viele Pfade werden nur schwer verlassen werden können, wenn wir uns einmal auf bestimmte Technologien festgelegt haben. Der innerstädtische Verkehr ist ein gutes Beispiel: Elektroautos und Brennstoffzellenfahrzeuge benötigen neue Infrastrukturen für Strom beziehungsweise Wasserstoff. Eine ausgebaute Infrastruktur an Ladesäulen oder Wasserstoff-Tankstellen wird nicht ohne weiteres gegen eine  andere, ggf. neue Technologie eingetauscht werden. Welche Strategien können uns in dieser oder ähnlichen Situationen helfen, vorausschauend zu entscheiden?

Darüber diskutierte die Arbeitsgruppe „Pfadabhängigkeiten“ des Projekts „Energiesysteme der Zukunft“ mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und organisiertert Zivilgesellschaft im Rahmen des Trialogs.

Die Pressemitteilung mit Ergebnissen des Trialogs finden Sie hier.

[+] 1. Trialog: Sektorkopplung von der Stromwende zu Energiewende | 11. Juli 2016

Auftakt in der zweiten Projektphase bildete der Trialog zur Sektorkopplung, welcher am 11. Juli 2016 stattfand. Bisher ist die Energiewende vor allem eine Stromwende: Der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch in Deutschland ist 2015 bereits auf knapp 33 Prozent gestiegen. Im Wärme- und Verkehrsbereich ist der Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch mit 13 Prozent bzw. 5 Prozent hingegen deutlich niedriger. Da im Stromsektor am ehesten Technologien zur Verfügung stehen, die in größerem Maßstab für eine CO2-neutrale Energieerzeugung verwendet werden können, wird Strom mittel- und langfristig auch im Wärme- und Verkehrssektor eine entscheidende Rolle spielen.

Im Trialog wurde unter anderem diskutiert, welche Möglichkeiten die Kopplung der Sektoren Strom, Wärme und Mobilität bietet und wo deren Grenzen liegen. Dabei wurde auch besprochen, in welchen Bereichen eine direkte Elektrifizierung sinnvoll ist und wo andere Lösungsansätze verfolgt werden sollten (wie z.B. synthetische Kraftstoffe). Ebenfalls ist zu berücksichtigen, ob durch die vermehrte Nutzung von Strom tatsächlich CO2-Emissionen reduziert werden. Ein weiterer Fokus lag darauf, welche politischen und sozialen Zusammenhänge mit bedacht werden müssen.

Die Pressemitteilung mit Ergebnissen des Trialogs finden Sie hier.