Partizipation im Wohnungsbau: Die Entwicklung neuer Formate für Bürgerbeteiligung im trialogischen Diskurs der Stadtgesellschaft

Die Diskussionen um Neubau und bauliche Verdichtung, insbesondere in der Innenstadt, werden in Berlin derzeit kontrovers geführt. Die städtischen Wohnungsunternehmen sind dabei wichtige Partner der Landesregierung: auf landeseigenen Flächen soll neu gebaut und auf vorhandenen innerstädtischen Flächen nachverdichtet werden. Der Partizipation von Bürgerinnen und Bürgern wird dabei ein zunehmend hoher Stellenwert gegeben. Die Wohnungsbaugesellschaften sollen in Vorbildfunktion eine umfassende Beteiligung von Anwohnerinnen und Anwohnern bei Bauprojekten praktizieren. Derzeit fehlen aber stadtpolitisch breit erprobte und akzeptierte Verfahren, eine Verständigung auf grundlegende Ziele von Partizipation sowie Klarheit, wer an Partizipationsprozessen mitwirken soll.

Die HUMBOLDT-VIADRINA Governance Platform führt in Kooperation mit den landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften eine Trialog-Reihe zum Thema“ Partizipation im Wohnungsbau“ durch, um diese Herausforderungen der wachsenden Stadt gemeinwohlorientiert zu diskutieren und breit akzeptierte Lösungen zu finden.

[+] Trialog I: Städtische Konflikte um Neubau und Verdichtung, April 2017

Ein gemeinsames Verständnis über die gesellschaftliche Akzeptanz von Neubau und Verdichtung in Berlin wird ermittelt. Was wird als legitim angesehen und was nicht? Gibt es einen Konsens über die Notwendigkeit von Neubau und Verdichtung in der wachsenden Stadt? Auf welchen Ebenen besteht Konfliktpotenzial zu anderen (z.B. politischen, gesellschaftlichen, ökologischen etc.) Zielen? Welche Prioritäten sollten gesetzt werden (z.B. Qualität vs. Quantität; Eile vs. Partizipation) Welche Ausgleichsmechanismen sind denkbar (z.B. Mangelausgleich oder Bürgerjurys etc.)?

[+] Trialog II: Chancen und Grenzen von Partizipation bei Neubau und Verdichtung, April 2017

Verständigung über Chancen und Grenzen von Partizipation bei Neubau und Verdichtung wird formulieret: Wann ist ein Partizipationsprozess erfolgreich? Auf welcher Ebene (z.B. projektbezogen, stadteilbezogen, gesamtstädtisch) soll Partizipation ermöglicht werden? Welche Beteiligungstiefe ist sinnvoll und gewünscht, welche Grenzen für Partizipation werden als legitim angesehen? Welche Partizipationsschritte sind unerlässlich für erfolgreiche Partizipationsprozesse?

[+] Trialog III: Welche Akteure sollen in welchen Phasen partizipieren? Juni 2017

Ein gemeinsames Grundverständnis über Teilnehmer, Struktur und Abläufe von Partizipation bei Neubau und Verdichtung wird formuliert: Wer soll Zugang zu Partizipationsmöglichkeiten haben? Welche Perspektiven sollten in Partizipationsprozessen Berücksichtigung finden? In welchen Projektphasen ist welche Form von Partizipation sinnvoll einzusetzen? Wie werden die Bürger und Bürgerinnen aktiviert?

[+] Trialog IV: Neue Formate für Partizipation, September 2017

Gemeinsame Grundlagen zu Kriterien und Leitlinien für Partizipation bei Neubau und Verdichtung auf Basis der vorangegangenen Trialog-Ergebnisse werden formuliert sowie Ideen für neue Formate gesammelt. Welche bekannten Verfahren haben sich bewährt? Müssen Verfahren weiterentwickelt oder modifiziert werden? Wie ist die Umsetzung von Partizipation unter Berücksichtigung der bereits erzielten Ergebnisse der vorherigen Trialoge konkret zu organisieren? Wie kann ein „Werkzeugkoffer“ Partizipation beim Thema Wohnungsbau aussehen?