MIDI bei der Bundesdialogkonferenz der Migrant*innenorganisationen in Halle

Die Leiterin der kommunalen Integrations- und Entwicklungsinitiative Dr. Malisa Zobel stellte am 21. September 2019 das Projekt „Integration von Flüchtlingen als Teil einer gemeinsamen kommunalen Entwicklungsstrategie“ bei der dritten Bundesdialogkonferenz der Migrant*innenorganisationen in Halle (Saale) vor.

Am 20. und 21. September versammelten sich aktive Mitglieder des Projekts „Stärkung der Aktiven aus Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit“ (samo.fa) des Bundesverbandes Netzwerke von Migrantenorganisationen (BV NeMO) und trafen sich mit Expert*innen aus Politik, Verbänden und Wissenschaft zum Austausch. Unter der Überschrift „Angekommen? Teilhabe jetzt!“ wurden u. a. Themen wie Teilhabe-Hemmnisse, Rolle von Migrant*innenorganisationen in der lokalen Flüchtlingsarbeit und europäische Flüchtlingspolitik und kommunale Verantwortung besprochen.

Passend zum letzten Punkt stellte Dr. Malisa Zobel die Initiative der HVGP vor. Zentraler Ausgangspunkt der Initiative ist, die sogenannte ‚Flüchtlingskrise‘ nicht als Krise, sondern als Chance für eine gemeinsame Entwicklung auf kommunaler Ebene zu verstehen. Dabei setzt die Initiative auf drei Bausteine. Erstens, die Etablierung von beratenden Multi-Akteurs Beiräten, in denen verschiedene Vertreter*innen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft über die Aufnahme und Integration von Geflüchteten als Teil einer Entwicklungsstrategie der Stadt beraten. In diesen Beiräten wären Migrantenselbstorganisationen ein wichtiger Stakeholder. Zweitens, die Gründung einer „Matching-Plattform“, welche die Verteilung von Geflüchteten vereinfachen und fairer gestalten könnte. Durch die Formulierung von Bedarfen (freier Wohnraum, freie Arbeits- oder Ausbildungsplätze, etc.) in den Kommunen könnte mehr Transparenz geschaffen werden. Des Weiteren ist vorgesehen, dass die Geflüchteten auf dieser „Matching-Plattform“ ebenfalls nach ihren eigenen Bedürfnissen (soziale Bindungen, fachliche Qualifikationen, etc.) wählen. Drittens, durch die Forderung an die EU die Aufnahme und Integrationskosten direkt zu finanzieren, sowie den Kommunen Mittel in gleicher Höhe für eigene Infrastrukturprojekte zur Verfügung zu stellen, könnte eine kommunale Entwicklung nachhaltig vorangetrieben werden. So könnte die kommunale Infrastruktur (Kindergärten, Schulen, Verwaltung, etc.) von der freiwilligen Aufnahme von Geflüchteten ebenso profitieren.

Ein lokaler Ansatz nahe am Alltagsleben der Menschen mit Fluchtgeschichte kann sich bewähren. Dies wurde auf der samo.fa-Bundesdialogkonferenz ebenso als Ergebnis formuliert. Jedoch sind weiterhin Hürden für die erfolgreiche Integration von Geflüchteten identifiziert worden. Das HVGP-Projekt könnte ein erster Schritt in die richtige Richtung und ein Lösungsansatz für einen Teil dieser Hürden darstellen.