Demokratie und Wirtschaft

„Wer trägt Verantwortung für die Zukunft der Demokratie? – Eine perspektivenreiche Diskussionsreihe über das Verhältnis von Wirtschaft und Demokratie in Zeiten von globalen Veränderungen, Protektionismus und Populismus.” – eine gemeinsame Trialog-Reihe der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft” und der HUMBOLDT-VIADRINA Governance Platform.

Liberale Demokratien bieten ihren BürgerInnen heute ein Wohlstandsniveau wie kein anderes politisches System. Als Staatsform genießt die Demokratie allgemein sehr hohe Zustimmung in der Gesellschaft – ihre tägliche Praxis wird jedoch zunehmend skeptisch bewertet.

Die Lebenswelten der Menschen verändern sich durch Globalisierung und Digitalisierung. Es bieten sich einerseits neue Chancen und Möglichkeiten, andererseits entsteht Verunsicherung. Viele BürgerInnen fragen sich, ob Politik – aber auch Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft – in der Lage sind, die passenden Lösungen für die neuen Herausforderungen zu finden. Es ist höchste Zeit darüber zu diskutieren, wie Wirtschaft, Politik, organisierte Zivilgesellschaft und Wissenschaft so interagieren können, dass Demokratie und Wirtschaft nachhaltig zusammen funktionieren.

Tragfähige Lösungen brauchen die Beteiligung aller relevanten Akteursgruppen. Die besondere Methode der Trialoge der HUMBOLDT-VIADRINA Governance Platform eröffnet diese notwendige Perspektivenvielfalt und schafft die Möglichkeit, in einer vertrauensvollen Atmosphäre Argumente auszutauschen und Handlungsoptionen auszuloten. Trialoge sind zugleich praxisnah und partizipativ gestaltet, indem theoretische, oft komplexe Hintergründe mit anschaulichen aktuellen und praxisrelevanten Themen und Fragestellungen verknüpft werden.

In unserer Reihe „Wer trägt Verantwortung für die Zukunft der Demokratie?“ wollen wir mit drei eintägigen Veranstaltungen eine längst fällige Diskussion anstoßen und insbesondere die Rolle der Wirtschaft im Zusammenspiel mit Politik und organisierter Zivilgesellschaft offen, kontrovers und für alle bereichernd diskutiert werden soll.

Dr. Niklas Im Winkel
Leitung: Dr. Niklas Im Winkel

 

[+] 1. Trialog: Demokratie und Marktwirtschaft: Nur gemeinsam stark?

Im ersten Trialog sollen Grundwerte herausgearbeitet und diskutiert werden, auf denen Demokratie und Marktwirtschaft basieren. Unterscheiden sich diese systematisch? Stehen zentrale Prinzipen wie Gerechtigkeit und Gewinnmaximierung im Widerspruch zueinander? Brauchen marktwirtschaftliche Systeme überhaupt Demokratien und Zivilgesellschaft? Aber auch: Was verbindet Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft, was sind die zentralen Gemeinsamkeiten, bei welchen Zielen stimmen sie überein?

[+] 2. Trialog: Unternehmen im Spannungsverhältnis zwischen Gewinn und Gemeinwohl?

Gesellschaft und Politik richten Erwartungen an die Wirtschaft, z.B. an deren Standortpolitik, an ihre Bereitschaft im Inland Steuern zu entrichten und Umweltschutzauflagen zu erfüllen. Aber sind alle diese Erwartungshaltungen legitim und gerechtfertigt? Welche moralischen Verpflichtungen haben Unternehmen gegenüber Gesellschaft und Staat? Und in welchem Verhältnis steht die allgemeinere soziale Verantwortung von Unternehmen zu ihren Verpflichtungen gegenüber ihren ArbeitnehmerInnen und AnteilseignerInnen? Im zweiten Trialog soll anhand von Praxisbeispielen diskutiert werden, welche Rahmenbedingungen ein markwirtschaftliches System benötigt und welche Anreize der Wirtschaft gesetzt werden können, damit demokratische Werte und Ziele für Unternehmen entscheidungsrelevant werden.

[+] 3. Trialog: Alles anders in der Zukunft?

Im Zentrum des dritten Trialogs stehen die Folgen, Chancen und Risiken von Globalisierung und Digitalisierung für Demokratie, Wirtschaft und Gesellschaft. Welche wirtschaftspolitische Gestaltungskompetenz haben (nationale) Regierungen in Zeiten der Globalisierung? Welchen Ordnungsrahmen können und müssen sie setzen? Was sind die sozialen Auswirkungen, wenn marktwirtschaftliche Prinzipien auf immer mehr Lebensbereiche übertragen werden? Und welche Chancen bieten digitalisierte Märkte und neue Businessmodelle für eine bessere – auch Konflikte thematisierende – Zusammenarbeit und Integration von Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft?

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