Zusatznutzen als Treiber der energetischen Gebäudesanierung (01.05.2019 – 31.07.2020)

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Das Projekt „Zusatznutzen als Treiber der energetischen Gebäudesanierung“ hat zum Ziel, mehr Klarheit in die gesellschaftliche Debatte über die vielfältigen Nutzen (Multiple Benefits) der energetischen Sanierung zu bringen. Konkret bringt die Trialog- und Workshop-Reihe die Perspektiven und Anknüpfungspunkte von Stakeholdern aus Wirtschaft, organisierter Zivilgesellschaft, Politik & Verwaltung, und der Wissenschaft über Zusatznutzen der energetischen Sanierung zusammen, um gemeinsam Ideen für Methoden der Quantifizierung dieser Zusatznutzen zu entwickeln.

Das Projekt wird von der HUMBOLDT-VIADRINA Governance Platform (HVGP) und dem Buildings Performance Institute Europe (BPIE) durchgeführt und durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert.

Hintergrund – energetische Sanierung notwendig für Klimaschutz

Dem Gebäudesektor kommt eine besonders hohe Relevanz für den Klimaschutz zu: Ineffiziente Heiztechniksysteme und schlechte thermische Außenhüllen machen den Gebäudesektor zu einem zentralen Verursacher von Treibhausgasemissionen. In Deutschland sind Gebäude für 35 % des Endenergieverbrauchs verantwortlich und produzieren knapp ein Drittel aller Treibhausgasemissionen[1].

Nach dem Energiekonzept der Bundesregierung soll bis 2050 ein nahezu klimaneutraler Gebäudebestand in Deutschland bestehen. Dabei ist der Großteil des Gebäudebestandes im Jahr 2050 bereits heute gebaut. Das bedeutet, dass Energieeinsparungen vor allem durch Sanierung erzielt werden müssen.  Mit der aktuellen Sanierungsrate von 1 % pro Jahr würde es jedoch noch Jahrzehnte dauern, um den heutigen Bestand auf das angestrebte niedrige Verbrauchsniveau zu bringen.

Gesellschaftlicher Nutzen der energetischen Sanierung ist vielfältig

Die energetische Sanierung von Gebäuden verringert die Energiekosten und erhöht Energiesicherheit, sie schafft Arbeitsplätze, erhöht den Komfort und Gesundheitsschutz seiner Nutzer*innen und bringt ökologische Vorteile in Form von verbesserter Luftqualität und niedrigeren Emissionen.

Damit Sanierungsmaßnahmen tatsächlich angestoßen und umgesetzt werden, muss die Sanierung im konkreten Fall einen Nutzen für die Gebäudeeigentümer oder den Investor bieten. Dieser Nutzen wird bisher oftmals auf den Faktor der eingesparten Energiekosten reduziert. Die eingesparten Energiekosten allein bieten jedoch selten genügend Anreize für die nötigen, oft anspruchsvollen energetischen Sanierungsmaßnahmen. Bisher werden die sogenannten Zusatznutzen (oftmals auch Multiple Benefits genannt) kaum in den Kosten-Nutzen-Analysen berücksichtigt und kommuniziert, da sie nicht einheitlich quantifizierbar und für den Investor nicht monetarisierbar sind. Es mangelt diesbezüglich an betriebswirtschaftlichen Instrumenten und Methoden, auch wenn zu den Auswirkungen der Gebäudesanierung auf Volkswirtschaft, Beschäftigung, Volksgesundheit oder Steueraufkommen zahlreiche Studien existieren.

Wir sehen eine Chance darin, die Zusatznutzen besser herauszustellen, zu quantifizieren und an die relevanten Stakeholder zu vermitteln.

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Zum Projekt: Methoden zur Quantifizierung der Zusatznutzen entwickeln

Der Multi-Stakeholder-Ansatz des Projekts bringt die vielfältigen Perspektiven auf die Herausforderungen und Zusatznutzen der Gebäudesanierung zusammen – vom gesamtgesellschaftlichen Nutzen für das globale Klima bis zur Gesundheit Einzelner und positiven Beschäftigungseffekten auf dem lokalen Arbeitsmarkt. Dazu diskutieren Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher Wirtschaftsbranchen wie Finanzwirtschaft und Bauindustrie, aus wissenschaftlichen Institutionen, aus verschiedensten zivilgesellschaftlichen Organisationen und aus Politik und Verwaltung in den Trialogen und Workshops mit dem Ziel, Ansätze zur Quantifizierung und Gewichtung dieser Zusatznutzen auszutauschen, bisher wenig  kommunizierte Konflikte sichtbar zu machen und Lösungsperspektiven zu entwickeln. Wenn es gelingt, einen einheitlichen, zielgruppenspezifischen Ansatz zur Ökonomisierung dieser Zusatznutzen zu schaffen, wird Investoren und Eigentümern ein Instrument zur Hand gegeben, dass den Mehrwert der energetischen Sanierung umfassend ermitteln und kommunizieren kann und Gebäudeeigentümern sowie Mietern glaubwürdig vermittelt, dass sie umfassend von der Sanierungsmaßnahme profitieren.

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[1] Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (2015). Energieeffizienzstrategie Gebäude. Wege zu einem klimaneutralen Gebäudebestand. Abrufbar unter: https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Downloads/E/energieeffizienzstrategie-gebaeude-kurzfassung.pdf?__blob=publicationFile&v=7

Anne Höh
Leitung: Anne Höh

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