Neue Urbane Agenda Berlin: Zuwanderung

Städte sind zentrale und dynamische Wachstumszentren und gelten als Orte für die Verwirklichung gesellschaftlicher, wirtschaftlicher, ökologischer und politischer Ideen sowie technologischer Innovationen. Die Vereinten Nationen prognostizieren, dass bis 2050 mehr als 70% der Weltbevölkerung in Städten leben wird [1]. Die Stadt unterliegt einem stetigen Transformationsprozess: Sie ist zugleich ein Ort der Zuwanderung und lebendiger Ausdruck der in ihr lebenden Gesellschaft. Urbane Räume sind zudem Knotenpunkte von sozialen Netzwerken, in die Zuwanderer migrieren. Demnach ist die Stadt der Ort an dem heute schon über die Qualität zukünftigen Zusammenlebens entschieden wird.

Berlin ist eine dynamisch wachsende Stadt, die auf eine lange Geschichte der Zuwanderung blickt und spätestens nach dem Mauerfall in den 1990er Jahren den Namen „Stadt im Aufbruch“ trägt. Im Koalitionsvertrag der Landesregierung Berlin vom November 2016 wird deutlich, dass das Thema „Zuwanderung” und dementsprechend die erfolgreiche Integration der neu in die Stadt kommenden Menschen von hoher Relevanz im Stadtdiskurs ist. Berlin und andere Städten stehen in der Verantwortung den Zugewanderten, und insbesondere den geflüchteten Menschen Wohnraum sowie Qualifikations- und Zugangsmöglichkeiten zum lokalen Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stellen und ein qualitatives sowie interkulturelles Zusammenleben zu fördern. Gleichzeitig entstehen durch die Zuwanderung neue Potentiale und Möglichkeiten, die es zu identifizieren und zu nutzen gilt.

Die Aufgabe einer erfolgreichen Integration von Zugewanderten, ein fortdauerndes (Bevölkerungs-)Wachstum, die steigende Nachfrage nach flexiblen und geeigneten Infrastruktursystemen für die größer werdende Stadt sowie nach adäquaten städtischen Versorgungsleistungen sind Stressfaktoren. Hier muss die Stadt Berlin gemeinsam mit Bewohner*innen geeignete und zukunftsweisende Lösungsansätze entwickeln. Im Rahmen des Projektes „Neue Urbane Agenda Berlin“ wird die Technische Universität Berlin gemeinsam mit dem transdisziplinären Trialog-Format der HUMBOLDT-VIADRINA Governance Platzform das Thema „Zuwanderung in der wachsenden Stadt Berlin“ mit allen Stakeholder – d.h. mit Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung, Wirtschaft und organisierter Zivilgesellschaft – diskutieren und gemeinsam Lösungsstrategien entwickeln. Das Konzept des transdisziplinären Erarbeitungsprozesses ist dabei für uns essenziell.

Die folgenden Fragen bilden dabei die Basis des urbanen Handlungsfeldes „Zuwanderung“ und sollen mit Hinblick auf das Profil der TU als Universität mit einem technischen und planerischen Schwerpunkt im Laufe des Projektes noch weiter geschärft werden:

  • Was kann die Wissenschaft zur Lösung dieser Herausforderungen im urbanen Handlungsfeld „Zuwanderung“ beisteuern?
  • Wie kann Zuwanderung nach Berlin gestaltet werden?
  • Was sind die größten Herausforderungen und die vielversprechendsten Chancen?
  • Wie kann die Wissenschaft dazu beitragen, dass die Potentiale erkannt und die Chancen gewinnbringend genutzt werden?

[1] Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (Hrsg.): New Urban Agenda konkret : Fallbeispiele aus deutscher Sicht, Berlin 2016, S.3.

[+] Trialog Zuwanderung I | 04. Oktober 2018

Trialog Zuwanderung I | 04. Oktober 2018, 9:00-17:00 Uhr

Kalender zur transdisziplinären Trialog-Reihe "Neue Urbane Agenda Berlin"