Zwischenevaluation des Re:Match Pilotprojekt - Relocation via Matching

Eine Algorithmus-basierte und bedarfsorientierte Lösung für Schutzsuchende und aufnehmende Kommunen
DATUMJanuar 2024
AUTOR*INNENCraig Damian Smith, PhD (Pairity), Laura Celeste, PhD (Pairity), Ahmed Mohammed, PhD (Pairity), Elisa Ertl (BGP)
KO-AUTOR*INNENKatja Wagner (BGP), Lea Rau (BGP)
Durch die Pilotierung von Re:Match wurde erstmalig Relocation von Schutzsuchenden innerhalb der EU durch ein Algorithmus-basiertes Matching-Verfahren umgesetzt.
Dieser Bericht stellt die Interim-Evaluation des Re:Match-Programms vor, liefert detaillierte Ergebnisse aus der Pilotphase und gewährt somit einen umfassenden Einblick in das Projekt.

Das Projekt ist eine Partnerschaft zwischen der Berlin Governance Platform (BGP), Pairity und Salam Lab. Im Rahmen von Re:Match konnten von April bis September 2023 78 ukrainische Schutzsuchende aus Polen in sechs deutsche Kommunen relocated werden. Die Kommunen, in die die Schutzsuchenden relocated wurden, wurden durch den von Pairity entwickelten Matching-Algorithmus ermittelt. Dieser Algorithmus berücksichtigt die Bedarfe und Präferenzen der Teilnehmenden in Bezug auf kommunale Dienstleistungen, Infrastruktur und verfügbare Unterkünfte, um eine optimale Zuordnung zu gewährleisten.

Alle Ergebnisse in diesem Bericht beruhen auf Daten von Teilnehmenden und Kommunen, die durch Fragebögen, Interviews und Evaluationsworkshops erhoben wurden.

 

Re:Match bietet eine gesteuerte Relocation, deren langfristiges Ziel es ist, zu demonstrieren, wie eine Koalition von Kommunen nachhaltige Pfade für gemeinsame und geteilte Verantwortung in Deutschland und ganz Europa entwickeln kann.

Das Programm zielt darauf ab zu zeigen, dass Matching- und Relocation-Tools eine effiziente, skalierbare und eine auf Rechten basierende Lösung darstellen können. Damit soll Solidarität mit den EU-Außengrenzstaaten gezeigt werden, in denen die größte Zahl von Schutzsuchenden ankommt.

Der partizipative Ansatz, der auf detaillierten Daten und Präferenzen beruht, bietet ein hohes Maß an Mitspracherecht, verbessert die Qualität der Verteilung und schafft eine solide Grundlage für gelungene Integration. Die Matching- Kriterien können auf der Grundlage von Längschnittdaten zur Integration iteriert, gewichtet und auf weitere Kommunen ausgeweitet werden. Die im Rahmen des Pilotprojekts entwickelten digitalen Tools können den Datenaustausch optimieren und eventuelle Eintrittsbarrieren für andere Kommunen senken.

Aus unseren Erfahrungen zu Programmdesign, Advocacy und Skalierung haben wir konkrete Empfehlungen erarbeitet. Diesen zweiten Report können können Sie hier downloaden: „Re:Match als innovativer Ansatz für die Relocation von Schutzsuchenden. Erkenntnisse und Empfehlungen für eine partizipative Verteilung und Aufnahme in europäische Kommunen durch Algorithmus-basiertes Matching.“