Wir bringen in Kommunalen Entwicklungsbeiräten Kommunalpolitik und -verwaltung mit Zivilgesellschaft und Wirtschaft zusammen, um gemeinsame Strategien für kommunale Transformationsprozesse zu erarbeiten. In einem strukturierten Dialog werden unterschiedliche, auch konfliktäre Interessen und Perspektiven eingebracht, gegeneinander abgewogen und in einem gemeinsamen Aushandlungsprozess zu tragfähigen, praxisnahen und zugleich innovativen Handlungsempfehlungen weiterentwickelt.
In bisher zehn deutschen Kommunen wurden auf dieser Grundlage konkrete Handlungsempfehlungen erarbeitet, im Konsens verabschiedet und in die Umsetzung gebracht. Aktuell begleiten wir vier weitere Kommunen – Bremerhaven, Hanau, Oldenburg und Radevormwald – bei der partizipativen Gestaltung der kommunalen Wärmewende.

Wie kann die sozial-ökologische Transformation gerecht gestaltet werden? Wie gehen wir mit dem demografischen Wandel um, wie bewältigen wir Migrations- und Fluchtbewegungen? Die drängenden Herausforderungen unserer Zeit erfordern innovative und inklusive Strategien für eine nachhaltige Entwicklung. Dabei müssen demokratische Strukturen nicht nur gesellschaftlicher Polarisierung entgegenwirken, sondern auch die Grundlage für das Gelingen dieser Transformationsprozesse bilden.
Kommunen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Sie sind direkt mit diesen Fragen konfrontiert, denn hier werden unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse als Konflikte spürbar. Zur Erarbeitung von Strategien, die heute tragen und auch zukünftigen Generationen gerecht werden, braucht es Formate, die unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen und gemeinsames Handeln ermöglichen.
Kommunale Entwicklungsbeiräte bieten einen strukturierten Rahmen zur Aushandlung tragfähiger Lösungen. Das Format geht auf die demokratietheoretischen Arbeiten und politische Praxis von Prof. Dr. Gesine Schwan zurück; erstmals skizziert wurde es in Politik trotz Globalisierung.
In zehn deutschen Kommunen wurden die gemeinsam erarbeiteten Empfehlungspapiere einstimmig verabschiedet und von den politischen Gremien beschlossen. Die Erfahrung zeigt: In Kommunalen Entwicklungsbeiräten entstehen innovative, zugleich praxisnahe Strategien, die breite Unterstützung in der Kommune finden.

Kommunale Entwicklungsbeiräte (KEBs) sind ein Format der kommunalen Bürger:innenbeteiligung und Konfliktbearbeitung. Sie werden von den kommunalpolitischen Gremien mandatiert, eine konkrete Fragestellung zu bearbeiten, die für die Kommune von zentraler Bedeutung ist.
Im Entwicklungsbeirat kommen alle relevanten Interessen und Perspektiven zusammen. Auf Basis eines umfassenden Interessen- und Stakeholder-Mappings wählt eine Planungsgruppe 30 bis 40 Personen aus Kommunalpolitik und -verwaltung sowie aus organisierter Zivilgesellschaft und lokaler Wirtschaft aus und lädt sie zur Mitwirkung ein. Besonderen Wert legen wir auf Perspektivenvielfalt und die Beteiligung von Menschen, die von der Fragestellung besonders betroffen sind.
In einem allparteilich moderierten deliberativen Prozess entwickeln die Teilnehmenden gemeinsam Lösungen. Über meist vier ganztägige Sitzungen hinweg erarbeiten sie ein gemeinsames Verständnis davon, was im Hinblick auf die Fragestellung dem Gemeinwohl dient, und bearbeiten die zugrunde liegenden Interessenskonflikte konstruktiv. Die Prozessbegleitung der Berlin Governance Platform schafft dafür einen vertrauensvollen Rahmen, in dem sich alle gleichberechtigt und auf Augenhöhe einbringen können.
Am Ende steht ein gemeinsames Empfehlungspapier. Je nach Auftrag umfasst es Visionen, Leitlinien und gegebenenfalls konkrete Maßnahmen. Ziel ist es, Empfehlungen zu entwickeln, die von den unterschiedlichen Interessengruppen mitgetragen und möglichst im Konsens verabschiedet werden. Anschließend wird das Empfehlungspapier dem Gemeinde- oder Stadtrat zur Beratung und Entscheidung über die Umsetzung vorgelegt.
Mandat & Vorbereitung
Politischer Beschluss zum Einsatz eines Kommunalen Entwicklungsbeirats, Vorbereitung des Prozesses gemeinsam mit der Kommune
Auftrag & Auswahl der Beteiligten
Eine Planungsgruppe schärft den Auftrag, identifiziert relevante Perspektiven und Interessen für die Zusammenarbeit im Beirat
Sitzungen des Beirats
Der Beirat kommt über i.d.R. vier ganztägige, moderierte Sitzungen zusammen, entwickelt gemeinsam konkrete Handlungsempfehlungen zum Thema
Empfehlungen & politischer Beschluss
Die Ergebnisse werden als Empfehlungen formuliert und dem Rat übergeben. Die Politik entscheidet über die weitere Umsetzung.
Umsetzung, ggf. Verstetigung des Formats
Die beschlossenen Maßnahmen werden, begleitet durch den Beirat, in die Umsetzung gebracht. Der Prozess kann einmalig bleiben oder für neue Themen fortgeführt werden.
Ausgezeichnet mit dem Siegel „Bewährt vor Ort“ für kommunale Innovation des Deutschen Städte- und Gemeindebunds und ProjectTogether, sowie dem Sokrates-Preis für Mediation der Centrale für Mediation.
Sie möchten komplexe Entscheidungen besser absichern, unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen oder festgefahrene, konflikthafte Prozesse wieder in Bewegung bringen?
Gerne klären wir gemeinsam mit Ihnen, ob das Format zu Ihrer Kommune passt und wie sich Umsetzung und Kostendeckung gestalten lassen.
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